Das Wort zum Freitag – Warum eigentlich nicht eine eigene Privatschule gründen?

By |Juni 28th, 2012|Religion und Gesellschaft, Unkategorisiert|Kommentare deaktiviert für Das Wort zum Freitag – Warum eigentlich nicht eine eigene Privatschule gründen?

Ich finde es sehr begrüßenswert, dass wir in einem freien Land leben,
wo jeder machen kann was er will (oder so ähnlich). Unter anderem im
Bildungsbereich herrscht eine große und sinnfreie
Auswahl an Schulen, Akademien und Universitäten. Ich selbst war
einmal Schüler der FreienSchule
Albris
,welche sich damals noch Waldorfschule nannte. Das
Grundgesetz garantiert laut Artikel7
Absatz 4
 jedem die Gründung einer Privatschule. Dort werden
zwar Bedingungen genannt, die aber in der Praxis sehr weit ausgelegt
werden:„Das
Recht zur Errichtung von privaten Schulen wird gewährleistet.
Private Schulen als Ersatz für öffentliche Schulen bedürfen der
Genehmigung des Staates und unterstehen den Landesgesetzen. Die
Genehmigung ist zu erteilen, wenn die privaten Schulen in ihren
Lehrzielen und Einrichtungen sowie in der wissenschaftlichen
Ausbildung ihrer Lehrkräfte nicht hinter den öffentlichen Schulen
zurückstehen und eine Sonderung der Schüler nach den
Besitzverhältnissen der Eltern nicht gefördert wird. Die
Genehmigung ist zu versagen, wenn die wirtschaftliche und rechtliche
Stellung der Lehrkräfte nicht genügend gesichert ist.“
Deshalb
bin ich nun auf die Idee gekommen, meine eigene Schule zu gründen.
Damit will ich die vielen guten Ideen, die andere schon hatten,
vereinen zu einer perfekten Schule, die bisher noch fehlt in der
pluralistischen deutschen Schullandschaft. Ich habe ein eigenes
pädagogisches Konzept entwickelt. Zu meinen Vorstellungen habe ich
jeweils passende Präzedenzfälle gefunden, so dass einer Genehmigung
als private Ersatzschule durch das Kultusministerium eigentlich
nichts im Wege stehen sollte.
Der
Lehrplan
Die
Erziehung soll sich streng nach dem Glauben an das Fliegende
Spaghetti Monster
 richten. Ich bin ein Anhänger dieser
Glaubensrichtung, die 2005 durch den Propheten Bobby
Henderson
 gegründet wurde. Die Welt wurde vom FSM in 5
Tagen erschaffen. Alle Gläubigen erwartet nach dem Tod ein
Biervulkan und eine Stripperfabrik. Deshalb werden im
Religionsunterricht die Glaubensinhalte des Pastafarianismus
unterrichtet. Dies entspricht der Religionsfreiheit und sollte der
staatlichen Auffassung von wissenschaftlichem Unterricht nicht
widersprechen: andere Schulen lehren z.B. die Auferstehung eines
langhaarigen Mannes, nachdem er gekreuzigt wurde.
An Waldorfschulen wird
gelehrt, dass wir Menschen von fliegenden
Atlantikern
 abstammen. Dem möchte ich nun eine Schule
gegenüberstellen, wo gelehrt wird, wie das Universum wirklich
entstanden ist, nämlich durch das FSM. Jeden Freitag ist frei, weil
dies ein wichtiger Feiertag der Pastafaris ist.
Ansonsten wird meine Weltanschauung nicht im Unterricht gelehrt, sondern wird nur die Form des Unterrichtes bestimmen. So wird dies auch an Waldorfschulen gemacht. Dort sind die esoterischen Inhalte der Anthroposophie von Rudolf Steiner auch nur teilweise Bestandteil des Unterrichtes, seine Theorie bestimmt aber die Art und Weise, wann und wie bestimmte Inhalte gelehrt werden.Die Inhalte, die genau den staatlichen Lehrplänen entsprechen, werden mit der Methode der Homöopathie unterrichtet. Es gibt viele Hochschulen in Deutschland, an denen Homöopathie gelehrt wird, angesehen und staatlich annerkannt. In der Homöopathie wird davon ausgegangen, dass Wasser ein Gedächtnis hat und damit Informationen übertragen werden können. Deshalb wird an meiner Schule kein Unterricht im klassischen Sinne stattfinden. Vielmehr werden für die Schüler Spaghetti gekocht. Die Besonderheit: In das Nudelwasser wurden vorher die Schulbücher eingetaucht, so dass das Wasser die Informationen aufnehmen kann. Durch die göttlichen Nudeln kann das Wissen direkt und ohne Umwege in dieGehirne der Schüler gelangen.
Die
Lehrkräfte
Eine
besondere Ausbildung soll nicht zwingend vorausgesetzt werden, weil
es eigentlich vollkommen ausreicht, wenn man Spaghetti kochen kann.
Dies klingt zwar, als sei es unvereinbar mit dem Grundgesetz (s.
Oben), aber das ist gängige
Praxis
 an Waldorfschulen, die in einem eigenen Kurs in
Singen und Eurythmie ausgebildet werden (s. Video
von Frontal21
). Auch die Freie Schule Albris beschäftigt
Lehrer, die
keinerlei Ausbildung haben
, dies scheint für das
Kultusministerium kein Problem zu sein (Nur die Gewalt an der Schule
wurde vom Kultusministerium missbilligt).
Also sollte dies auch bei meiner Schule kein Problem sein, so dass
ich auf eine schnelle Genehmigung hoffen kann.
Die
Finanzierung
Meine
Schule soll hauptsächlich durch die staatlichen Zuschüsse,
Schulgeld und Spenden finanziert werden. Die Spendenbereitschaft der
Eltern und Lehrer werde ich dadurch erhöhen, dass ich ihnen ein
schlechtes Gewissen einrede, wenn sie nur wenig oder nichts spenden.
Außerdem sollen die Schüler selbst ihr Schulgebäude bauen, dadurch
wird viel Geld gespart. Diese Formen der Finanzierung werden unter
anderem an
der Freien Schule Albris praktiziert
. Dies scheint also
vollkommen ok zu sein. Um „eine Sonderung der Schüler nach den
Besitzverhältnissen der Eltern nicht“ zu fördern bieten wir den
Eltern, die sich das Schulgeld nicht leisten können, folgendes an:
Sie dürfen unentgeltlich beim Bau des Schulhauses oder als Lehrer
Mitarbeiten und müssen dann kein Schulgeld zahlen. Damit wären wir
besser als jede andere Privatschule, die für jeden Schüler, ob arm
oder reich, Schulgeld verlangt.
Schüler
anmelden
Wer nun Interesse bekommen
hat an meinem Schulkonzept kann sich als Lehrer bewerben
(Voraussetzung: Nudeln kochen können!) oder sein Kind anmelden
(Vorbehaltlich der Genehmigung durch das Kultusministerium, was aber
nur eine noch reine Formsache sein dürfte).

Kontakt:
anmeldung-schule@lukas.boehnlein.de
Auf viele Zuschriften hofft
Pirat
Lukas

Erstveröffentlichung
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Die Meinung des Gastautors muss nicht der der Redaktion entsprechen.

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