Dieses Wort hätte gut auch den Titel „Vom Winde verweht“ tragen können. Besser noch, vom Sturm verweht. Wir hatten unsere Demo mit Nudelmesse in Göttingen gut angekündigt, zwei Zeitungen hatten im Vorfeld berichtet und vier Journalisten waren vor Ort. Wie ausnehmend gut es ihnen gefallen hat, könnt ihr unten in dem Kurzvideo sehen. Wir waren also ganz, ganz sicher, tolle Berichte über uns in den Medien zu haben. Auch bei RTL, die sich unser Video schicken ließen.

Dann wütete Sturm Herwart. Als ich RTL um den Link zum Beitrag gebeten habe, kam „Vielen Dank nochmal für Ihre Mühe. Das Material war durchaus sendbar, leider hatten die Kollegen am Montag durch den Sturm doch keinen Platz mehr in der Sendung. Das ist natürlich besonders ärgerlich und tut mir wirklich leid.“

Ähnlich wird es wohl bei den Zeitungen gewesen sein. Na, wenigstens bleibt uns unser eigener Zusammenschnitt und natürlich der Text der Predigt. Womit wir dann auch wieder beim Titel oben wären.

Die meisten wissen es gar nicht. Der Reformator war ein Luder. Unter dem Namen lebte er über 30 Jahre. Ein ziemliches Schimpfwort, das damals noch weitaus stärker war als heute. Ist ja verständlich, wenn einer nicht so heißen möchte, auch wenn es noch so passend war. Sucht euch was aus, das waren damals übliche Deutungen für Luder: Verlockung, betrügerischer Anschlag, Fallstrick, Hinterhalt, liederliche Lebensführung, der Üppigkeit, dem Wohlleben, schwelgen, schlemmen, verfallenes Lotterleben. Im Luder liegen bedeutet: Sich dem Lotterleben, speziell dem Suff, der Trunkenheit ergeben. Namensforscher Prof. Udolf meint: Der Luder, ein Meister der Selbstdarstellung, wählte die hochdeutsche edle Variante seines Namens, um sich nicht der Gefahr auszusetzen, dass jemand anzügliche Bemerkungen über seinen Namen machen könnte. Ätsch, wir machen sie trotzdem und behaupten „Nomen es Omen“. „Wir Menschen sind so: Wenn wir einen Pfennig haben, so wollen wir gern einen Gulden. Wenn wir einen Gulden haben, hätten wir gern hundert. Wenn ich eine Kanne Bier habe, wollte ich gern das ganze Fass.“ – So sah Luther sich selbst. (Aus den Tischreden 1532) Bier war ihm ungeheuer wichtig.

Kein Wunder also, wenn in der Standardausgabe der Luther-Werke aus Weimar das Wort Bier über 250 Mal vorkommt. Aber natürlich reicht einem wie ihm Alkohol allein nicht. Wieder er selbst: „Gestern musste ich daran denken, dass ich ein sehr gutes Bier daheim habe und dazu eine schöne Frau …“ (Brief an seine Frau 1534) Ja, aus dem Angsthasen vor allem Weiblichen war ein Sexprotz geworden. Stark, was eine entlaufene Nonne alles so drauf hat. Aber davon wird man nicht fett. Luther hatte mit dem Kloster auch dem Fasten abgeschworen und ist auf der Wartburg zum Völler geworden. Von da an gings nur noch bergauf…mit seinem Gewicht. Nach und nach legte er sich durch übermäßigen Genuss sämtliche Wohlfahrtskrankheiten zu: Verdauungsstörungen, Gallen- und Nierenkoliken, Schwindel und Kreislaufattacken, Gicht und Rheuma. Ja, ich weiß, das geht euch zu sehr gegen den Menschen. Ad hominem ist nicht die feine englische Art. Aber bei einem, der auf vielen Denkmälern steht, der so verklärt und gefeiert wird wie Luther, kann man schon mal eine Ausnahme machen. Und wenn Juden über Juden lästern dürfen, Behinderte über Behinderte, dann dürfen auch Dicke über Dicke lästern.

Bei Behinderten wären wir dann auch voll im Thema. Die sind nicht mit Gottes fehlerlosen Schöpfung vereinbar, mussten also vom Teufel sein oder doch zumindest irgend etwas mit ihm zu tun haben: „Wenn man aber von den teufelsähnlichen Kindern erzählt, von denen ich einige gesehen habe, so halte ich dafür, dass sie entweder vom Teufel entstellt, aber nicht von ihm gezeugt sind, oder dass es wahre Teufel sind.“ Was des Teufels ist, muss vernichtet werden. Ganz konkret hat das Luther bei einem geistig behinderten Kind versucht. Er wollte es ersäufen. Seine Begründung: „Ich glaube schlicht, es sei ein Stück Fleisch ohne Seele“ Nur weil sein Landesherr das nicht ganz so sah, blieb der Junge am Leben. Grundsätzlich blieb Luther dabei seiner Meinung. Über geistig behinderte Kinder meint er, man sollte „derartig missgeborene Kinder ertränken“. Luther als Judenhetzer, als Frauenhasser, als Bauernschlächter und als Hexen- und Prostituiertenverbrenner ist schon einigermaßen bekannt. Verleihen wir ihm nun einen neuen Ehrentitel. Er hat ihn sich redlich verdient: Luther, Vater der Kinder-Euthanasie

Zum Abschluss noch ein passendes Zitat und weiterführende Links. „Die Heiligenlegenden entlarvte Luther als Märchen. An den Bibellegenden hielt er fest; am Teufelsglauben auch; am Hexenwahn auch; an der Ketzervertilgung auch; am Antisemitismus auch – am Kriegsdienst, an der Leibeigenschaft, den Fürsten. Man nennt es: Reformation.“ (Karlheinz Deschner)

https://www.welt.de/kultur/article126395361/Neuneinhalb-Thesen-gegen-Martin-Luther.html
http://www.bpb.de/geschichte/deutsche-geschichte/reformation/235725/populaere-irrtuemer-rund-um-die-reformation

https://hpd.de/artikel/luther-steuergeld-fuer-hassprediger-14937