Ein sehr alter Mann, dem sein Amt zu beschwerlich wurde,
zog für sich den vernünftigen Schluss, sich zur Ruhe zu setzen. Das ist gut so,
das hat er verdient. Jeden, der in der Lage ist, selbst zu erkennen, wann seine
Zeit des Ruhestandes gekommen ist, bewundere ich.
  
In diesem besonderen Falle aber sei mir die Frage
erlaubt, liebe Brüder und Schwestern:
„Darf das der Papst?“
  
Viele Fragen kreisen durch meinen Kopf. Helft mir, Brüder
und Schwestern, Licht in das Dunkel zu bringen. Die Kath. Kirche kann ich
schlecht fragen, die rückt sich ja jedes Problem passend zurecht.
Am meisten frage ich mich, glaubt der Papst eigentlich
noch an seinen Gott?
  
Wenn ja, müsste er dann nicht demütig warten, bis dieser
ihn zu sich holt und darauf vertrauen, dass Gott weiß, wann der richtige
Zeitpunkt gekommen ist?
  
Wirkt es nicht wie eine Klatsche in das Antlitz Gottes,
wenn seine Nr. 1 sich über den so Allmächtigen stellt und einfach tut, was er
will?
  
Kann es gar sein, dass der Papst sein Amt so schlecht wie
nie zuvor andere Päpste geführt hat und Gott ihm die Botschaft des Abdankens
höchstselbst ins Ohr flüsterte, weil Gott einfach keinen Bock darauf hatte,
Benedikt schon so nahe an seiner Seite zu haben?
Heute ist der Papst den letzten Tag im Amt. Heute scheint
nach vielen grauen und düsteren Tagen endlich die Sonne. Können wir das Gott
zuschreiben, der sich freut, olle Benidikt endlich die Direktleitung gekappt zu
haben?
Irgendwie habe ich eher das Gefühl, dass das Monster
unsere zahlreichen Gebete nach Licht und wonach sonst auch immer erhörte. Eine
neue Zeit bricht an, für uns eine gute. Gönnen wir dem alten Mann also seinen
Lebensabend. Mal sehen wieviel Spaß uns der neue Papst bringen wird? Wir sind
da.
RAmen