Die Helmpflicht für Motorradfahrer gilt auch dann wenn man sich durch eine höhere Macht geschützt fühlt.

Denn alteingesessenen Pastafari und die meisten Atheisten vermag das nicht zu überraschen, erinnert man sich doch an den alten Störtebeker, der schon vor vielen Jahren nicht auf seinen Kopf achtete und diesen verlor.

Symbolbild des bekanntesten Piraten der seinen Kopf nicht richtig schützte

Manch anderer klagt für sein Recht die Religion über den Verstand zu stellen auch mal bis zum Bundesverwaltungsgericht. (Eine Einschätzung gibt es unter anderem hier.)

Was ist passiert?

Ein Anhänger der Sikh hatte in Konstanz eine Befreiung von der Helmpflicht beantragt, da sein Turban nicht unter selbigen passt.
Diese wurde ihm verweigert, da keine gesundheitlichen Gründe vorliegen, damit fing der Klageweg an.
Nach dem alten Grundsatz „Jeder schützt was ihm wichtig ist.“ hat sich also der Gläubige aufgemacht statt eines Hirns seinen Glauben zu schützen und für sein Recht auf ungeschützte Verkehrsteilnahme zu klagen.

Meine Einschätzung

Interessant erscheint, dass die Gerichte grundsätzlich eine Beeinträchtigung der Religionsfreiheit bestätigt sahen. Die Frage die sich hier stellt ist dann wohl, wie das auf die Weltanschauungsgemeinschaften zu übertragen ist, wir erinnern uns ja, dass diese gleichgestellt sind, also theoretisch. Ich halte dieses Urteil für eine klare Absage an das Motorradfahren mit Dreispitz, glücklicherweise hatte das wahrscheinlich eh niemand von uns vor.
Auf der anderen Seite ist das Urteil aber auch eine Weichenstellung für den Prozess von Bruder Spaghettus bezüglich seines Personalausweises mit Piratenfisch, da er sich ja sehr wohl dazu verpflichtet fühlt diesen stets zu tragen und alles andere ein Eingriff in seine freie Ausübung seiner Weltanschauung ist.
Beim Führerschein hatte es da, siehe unten, keine Komplikationen gegeben.

Fazit

Auch die Verwaltungsgerichte (v.a. in Baden-Württemberg) räumen der Religion einen extrem hohen Stellenwert ein. Dass ein Sikh uns mit einem solchen Prozess zuvor kommt beschämt uns sehr, sind wir doch sonst die, die sich mit Schenkelklopfern über die Bevorzugung von Religionen lustig machen. Wir bleiben sportlich. Meine Glückwünsche für den gelungenen Scherz gehen heute nach Konstanz.