Urzelle der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V. war die Gemeinde Uckermark, die schon Ende 2005 ins Web trat. Aus ihr und den zwischenzeitlich entstandenen Gemeinden Barnim und Berlin wurde am 16.09.2006 die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Berlin – Brandenburg e.V. gegründet. Neun Piraten und Freibeuterinnen trafen sich damals dazu in Templin. Inzwischen hat sich der Verein deutschlandweit geöffnet, heißt entsprechend auch Kirche des FSM Deutschland e.V. und hat inzwischen rund 300 Mitglieder.


Nicht nur auf diesem Gebiet war die Vereinsgeschichte ein voller Erfolg. Nirgendwo muss man noch ausführlich erklären, wer wir sind und was wir wollen. Durch kontinuierliche Arbeit wurden wir bekannt und waren immer wieder in den Medien, in Deutschland und weltweit.

Wenn das kein Grund ist, zu feiern…..

Wir hatten gefragt, wer die Organisation vor Ort übernimmt und dann zwischen zwei Möglichkeiten gewählt. So kamen wir nach Detmold… und das war auch gut so. Die Vorbereitung klappte wie am Schnürchen, ebenso dann das Treffen selbst.

Die ersten waren schon freitags angereist, Programm gab es erst ab Sonnabend. Nach einem kurzen ersten Kennenlernen in der Jugendherberge ging´s zum Ausflug in die Externsteine. Da gab es mieses Wetter, aber trotzdem gute Stimmung.

Wieder zurück in der Herberge wurde erst mal der Grill angeschmissen. Es gab ausreichend Salate und Beilagen und gesättigt trafen sich dann alle im gemieteten Veranstaltungsraum.
Bruder Spaghettus begrüßte die Anwesenden und bedankte sich mit Monsterschokolade bei denen, die am Treffen mitgewirkt hatten. Drei Mitglieder wurden in den Orden der Hüter des Heiligen Hefegetränkes aufgenommen, den die Kirche neu stiftete. Dazu ein andermal mehr.

Außerdem konnten sich den ganzen Abend über interessierte Pastafari von Evelin Frerk fotografieren und in Who is Hu aufnehmen lassen.

Dann kam der Höhepunkt des Abends, die szenische Inszenierung mit Videoclips, animierten Dokumentationen, Kirchen- und Kinderliedern von Carsten Frerk zum Thema „Kirchenrepublik Deutschland„. Da konnte einem, trotz der Lockerheit der Darstellung, schon richtig Angst werden.
Das sollte sich jeder anhören, es ist zu komplex um die Inhalte hier wieder zu geben. Jedenfalls lag richtig Feuer in der Luft.

Das war das richtige Stichwort für Sophie Rolling Seas und Erik Eliche. Zu mittelalterlich-piratiger Musik lieferten sie eine spektakuläre Feuershow. Nicht nur wir sahen begeistert zu, sondern auch die anderen Gäste der Herberge, staunten und jubelten.
Nach einem gemeinsamen Test, ob denn das heilige Getränk der Pastafari auch gute Qualität hat, ging es ziemlich spät in die Hängematten.
Aber Piraten sind standfest. Alle erschienen pünktlich zum Frühstück und so war es kein Problem, ebenfalls pünktlich am Treffpunkt zu unsere Demo zu sein.

Dort gab es zwei Überraschungen.
Die Polizei, wegen der wir extra unsere Waffen zu Hause gelassen hatten, war gar nicht da. Sie fuhr lediglich später einmal am Marktplatz vorbei, als wir dort unsere Messe hielten.

Die zweite Überraschung waren die Teilnehmer. Detmold scheint keinesfalls, wie oft behauptet, nur aus Tiefgläubigen zu bestehen. Es kamen immer mehr Piraten und Interessierte, die sich uns anschlossen. Auch DIE PARTEI hatte eine Abordnung geschickt, um uns zum 10. Jahrestag zu gratulieren. So waren es dann wohl etwa fünfzig Demonstranten, die lautstark auf der Straße ihren Willen bekundeten, etwas gegen den Unglauben und die immer stärker werdende Pastafarianophobie in Deutschland tun zu wollen.
Auf dem Markplatz angekommen, enterten wir erst mal das Rathaus. Das erregte Aufmerksamkeit und immer mehr Publikum fand sich ein. Natürlich wurden die sofort informiert und mit Flyern versorgt, welche auch gern genommen wurden. Genau so gern wurden Handys und Fotoapparate gezückt und Filme und Fotos gemacht.
Dann war es so weit, die Veranstaltung konnte beginnen. Als erstes mussten zwei neue Vereinsmitglieder ein Gottesgericht bestehen. Nur so, mit Hilfe des Monsters, können wir ja wissen, ob jemand wirklich zu uns passt oder nicht. Auf ein besonders langes Spaghetti mussten Penne gefädelt und alles dann waagerecht gen Himmel gehalten werden. Hält das Spaghetti so lange, wie die Geprüften brauchen, um zu sagen: „Oh Monster, wir grüßen dich“, war der Test bestanden.
Jetzt war es Zeit für die Messe.
Von unserem Heiligen Nudelholz wurde das Glaubensbekenntnis verlesen und von allen nachgesprochen.
Bannerträger Erik Eliche hatte von seinem Standpunkt eine guten Überblick.
Die Akustik auf dem Platz war fantastisch. So konnte er auch hören, wie wir unten alle gemeinsam die ersten beiden Strophen des Liedes Nr. 9 unseres Pastafarianischen Liederbuches, „Ein bissfest Burg ist unser Gott“, sangen. Es muss wahrhaft erhebend für ihn gewesen sein.
Dann gab es das Heilige Abendmahl, Nudel von Seinen nudligen Anhängseln und Bier von Seinem Biervulkan. Völlig ohne kannibalistische Tendenzen  auch für Veganer geeignet.

Alle in Gebetshaltung. Warum genau, weiß ich jetzt nicht mehr. Diese Situation gab es mehrmals.
Aber eins weiß ich noch. Es war ein wunderschönes Wochenende mit einem gelungenen Höhepunkt auf dem Marktplatz Detmold. Das wollte wohl auch das Monster so, denn es hatte uns strahlenden Sonnenschein geschickt.

Bleibt nur noch zu sagen: Wer´s verpasst hat, hat was verpasst.

Vielleicht sehen wir uns ja im nächsten Jahr. Es könnte sein, dann treffen wir uns mal in Bayern.


Ein besonderer Dank an Evelin Frerk, Detlef Steinert und David Bärwald  die uns ihre Bilder überlassen haben. Ganz besonders gefreut habe ich mich über die von David Bärwald. Der hat uns völlig ungefragt seine Bilder zugeschickt.

Falls noch jemand Bilder hat, immer her damit. Die werden dann ggf. so wie die von Evlin Frerk, noch nachträglich eingestellt und kommen in das Album des Treffens, das wir noch auf Facebook anlegen werden. Natürlich jeweils mit Namensnennung des Fotografen.