Hans-Ulrich Beeskow war Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung Templin und ist heute noch sachkundiger Bürger in deren Ausschuss für Soziales, Jugend, Bildung und Sport. Außerdem ist er Mitglied der Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde Templin (Baptisten). 
Wir sind ihm sehr verpflichtet und sagen: Herzlichen Dank, Herr Beeskow. 
Unser Verein, die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V., hatte beschlossen, in Templin eine kleine Reihe von Lesungen säkularer Autoren zu starten. Den Anfang machte Dr. Carsten Frerk, der auf der Grundlage seines Violettbuch Kirchenfinanzen erklärte:

Wir zahlen alle – wie sich die Kirchen finanzieren

Auch die Templiner Kirchgemeinden waren eingeladen, die Freikirche ist dieser Einladung mit vier Teilnehmern als einzige gefolgt. Den klaren Daten, wie der Staat und damit auch alle Anders- oder Nichtgläubigen, die beiden Großkirchen finanziert, die Dr. Frerk ausführlich recherchiert hatte, wurden auch von ihnen nicht angezweifelt. Die Baptisten wiesen darauf hin, dass sie keinen solche Förderung genießen und trotzdem hohes ehrenamtliche Engagement, z.B. bei der Hilfe für Suchtkranke, leisten. Man gab aber grundsätzlich zu bedenken, ob diese Zahlungen nicht durchaus gerechtfertigt wären, schließlich wäre doch Deutschland auf den Werten des Christentums aufgebaut und wir hätten ihm somit unsere heutigen Verhältnisse zu verdanken.

Unsere Antwort, Deutschland und sein Grundgesetz wären auf den Werten von Humanismus und Aufklärung aufgebaut, die erst gegen den  heftigen Widerstand der Kirchen durchgesetzt werden mussten und von diesen erst, als sie erfolgreich waren, als christliche Werte ausgegeben wurden, führte bereits zu heftigen Protesten. Herr Beskow warf mir vor, die Lesung ausschließlich organisiert zu haben, um unseren Verein bekannter zu machen. Was ein willkommener Nebeneffekt, aber nicht Hauptzweck war und keinesfalls verwerflich ist. 

Als dann der unverzichtbare Wert der Bibel als Grundlage gesellschaftlicher Entwicklung behauptet wurde, führte unsere Antwort zur Eskalation. Wir vertraten die Meinung, diese gehöre vielmehr auf Grund der in ihr enthaltenen Aufforderung zu Gräueltaten, wie der Steinigung ungehorsamer Söhne oder vergewaltigter Mädchen bis hin zum Bauchaufschlitzen von Schwangeren, Zerschmettern von Kindern an Felsen, dem Töten von Homosexuellen und Ungläubigen bis hin zum Niedermetzeln ganzer Völker, auf den Index der jugendgefährdenden Schriften. Hier forderte Herr Beeskow die anderen Baptisten auf, den Raum zu verlassen was diese dann auch taten.  

Um so dankenswerter ist es, wenn Hans-Ullrich Beeskow nun sogar mitgeholfen hat, unseren Verein auch in Templin bekannter zu machen. Auf der öffentlichen Sitzung eines Ausschusses der Stadt Templin wies er auf eine gefährliche Vereinigung hin. Der Uckermarkkurier, der der Sache nachging, schreibt heute dazu:

Wer hat Angst vorm fliegenden Spaghettimonster?

„Große Bedenken“ äußerte Hans-Ulrich Beeskow, sachkundiger Bürger im Templiner Ausschuss für Soziales, Jugend, Bildung und Sport, auf der jüngsten Sitzung seines Ausschusses. Offenbar waren ihm Äußerungen der Vertreter der „Kirche des fliegenden Spaghettimonsters“ während einer durchaus ernsten Lesung in Templin von Carsten Frerk zu der Finanzierung von Kirchen durch den Staat sehr nahe gegangen.

Hans-Ulrich Beeskow sah die Äußerungen gegen die christlichen Glaubensgrundsätze, auf denen letztlich auch das Grundgesetz basiere, sowie gegen die Bibel gerichtet und vermisste gebührende Toleranz gegenüber der christlichen Religion. Hans-Ulrich Beeskow zeigte sich verwundert, dass ein solcher Verein gemeinnützig anerkannt worden sei. Den Namen des Vertreters dieser Kirche wollte Beeskow auf dem Ausschuss in öffentlicher Sitzung nicht nennen.

 Den zu finden war für die pfiffige Reporterin nicht schwer. Sie suchte das Gespräch mit mir und gibt weiter richtig wieder:

 „Dabei machen wir unsere Kritik am Glauben fest und nicht an den Gläubigen“, so Rüdiger Weida. Der Verein bewege sich selbstverständlich auf dem Boden des Grundgesetzes und gestehe jedem das Recht zu, gläubig zu sein. Pastafari, wie die „Gläubigen“ dieser „Religion“ sich nennen, die ihren Ursprung in den USA hat, wenden sich in Deutschland gegen jede Art dogmatischen Glaubens, der nach ihrer Meinung gesellschaftliche Entwicklungen hemme.“

Ohne Hans-Ullrich Beeskows Einsatz wäre es nie zu dem Artikel gekommen. Dafür, nochmals, herzlichen Dank. 

PS. Da die Artikel in unserem Lokalblatt jeweils nur am Erscheinungstag abrufbar sind, verzichte ich auf Verlinkung. Dafür hänge ich noch ein Bild der Aufstellung der Beträge,mit denen die Kirchen vom Staat finanziert werden, so an, wie es Dr. Carsten Frerk am Ende seiner Lesungen zur Verfügung stellt.


 


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