Die „Rolle des Nudelsiebs im Pastafaritum“ ist einer der meistgelesenen Artikel auf unserem Blog.
Kein
Wunder also, wenn selbst jetzt, fast drei Jahre nach seiner
Veröffentlichung, dort noch ein neuer Kommentar erscheint, den ich
hier beantworten möchte.
Hoch
geehrte Pastafaris, erlauchter Ehrendoktor Spaghettus, geschätzter
Bruder Niko!

Ungeachtet
des hohen theoretischen Wertes und der sagenhaften Beweiskraft jenes
wissenschaftlich bis in die kleinste Nudel fundierten Werkes möchte
ich ein ökumenisches Miteinander der Pastafaris aus den
Nachbarländern anregen und das Nudelsieb als Kopfbedeckung offiziell
zugelassen wissen. Sticht doch das friedvolle Zulassen von Neuerungen
durch konservative Wertebewahrer in einer jungen und ausgesprochen
leckeren Religion wie der der KDFSM angenehm heraus aus den
dogmatischen Mühen klassischer Weltreligionen, den ewigen Status Quo
bewahren zu müssen.

Wenn
sogar der derzeitige Papst der katholischen Kirche, die nun wahrlich
nicht für ihre Toleranz bekannt ist, sich für Priesterinnen
ausspricht, dann dürfte auch die hochoffizielle Zulassung des
Nudelsiebes eine angemessene moderne Interpretation der Religion im
21. Jahrhundert darstellen!

Hochachtungsvoll
Diogenes
von der Töss,

oberster
Gnocciist (con Pesto y Balsamico)

des
bald befreundeten Ordens der pan-europäischen Lasagnisten

Kartoffligster Bruder Diogenes von der Töss,
wie
könnte ich deinen Aufruf zum ökumenischen Miteinander, in dem du
mich schmeichelnd zum Ehrendoktor ernennst, unbeantwortet lassen. Das
wäre mehr als ungehörig und unserer gemeinsamen Aufgabe abträglich.

Ja, gemeinsame Aufgabe. Tatsächlich ist diese Ökumene, die du
empfiehlst, schon gängige Praxis. Sofort nach Nikos Aktion haben
wir die gefeiert:

„Ihr,
meine Brüder und Schwestern in Deutschland, der Schweiz und
natürlich auch in Österreich, eifern wir ihm nach. Nutzen wir Nikos
Vorarbeit, um unserer Religion mehr und mehr zur ihr zweifellos
zustehenden Anerkennung zu verhelfen. Lassen auch wir uns unsere
Fahrerlaubnis oder unseren Personalausweis nur noch mit religiöser
Kopfbedeckung ausfertigen. Ich werde das jedenfalls beantragen.

Ob
mein Bild dann so aussehen wird ist allerdings fraglich. Ich finde,
der Piratenhut hat klare Vorteile. Er ist besser zu tragen, er ist,
vor den sicher kritischeren deutschen Behörden, aus dem Evangelium
des FSM heraus besser zu begründen und kleidsamer scheint er mir
auch zu sein. :)“

Wie du siehst, war aber auch da schon klar
zu erkennen, der Weg des Nudelsiebes wird nicht unserer sein.

Auch
in „Viele Wege führen zum Biervulkan“ loben wir eure Aktionen – ich gehe davon aus, du bist Österreicher-
und weisen darauf hin, dass ihr noch Mitglieder braucht.

Als
wir merken, das läuft nicht ganz so schnell, wie gedacht, widmen wir
mit „Missionswerk
ein komplettes Wort zum Freitag euch und fordern dazu auf, Mitglied
eurer Bekenntnisgemeinschaft zu werden. 

Wir stellen sofort das
herrliche Video von Pasta Pirate Nadja, zu der wir hervorragenden
Kontakt haben, auf unsere Seite, als das erscheint und laden es auf unseren youtubechanal. Auch als noch
einer eurer Brüder sich mit Nudelsieb auf dem Führerschein zeigt,
berichten wir
Nicht zuletzt haben wir auch auf unserer Homepage eure Kirche verlinkt.

Ihr
unsere Seite übrigens noch nicht, aber das wird nun sicher bald
kommen. 😉

Du siehst also, es bestehen Kontakte und wir
unterstützen euch gern.

Nicht ganz klar ist mir, was du
meinst, wenn du forderst, du möchtest das Nudelsieb gern offiziell
als Kopfbedeckung zugelassen wissen. Wer könnte das verbieten?

Oder
erwartest du, dass auch wir uns Nudelsiebe auf den Kopf setzen, also
etwas machen, was wir als falsch erkannt haben?
An den Gründen,
kein Nudelsieb zu tragen, hat sich doch nichts geändert. Im
Gegenteil, es ist noch etwas hinzu gekommen. Das Nudelsieb hat das
Pastafaritum in der Wahrnehmung verändert und zur Lifestylereligion
gemacht. Es hat zu sehr auf Aktion und zu wenig auf Inhalt gesetzt.
Wie sollte es auch, es hat keinen Inhalt, es kommt in der runden Geschichte,
die Bobby um das Pastafaritum gestrickt hat, schlicht nicht vor. Das
es nicht klappt, diese Geschichte rund zu halten, wenn beliebig
Symbolik hinzugefügt oder einfach willkürlich aus anderen
Religionen übernommen wird, zeigt sich an dem Bild oben ganz
deutlich.

He boiled for your sins? Welch schreiender
Unsinn, welch Blasphemie. ES wurde nie gekocht, ES war immer schon,
und Sünden? Sünden im Pastafaritum? Das kann, genau wie das Nudelsieb, nur jemand erfunden haben, der nichts von dessen
Grundanliegen, nichts von dessen Glaubenssätzen wusste.

Wir
Pastafari sind bekannt durch die flauschigsten moralischen
Grundsätze. Unser Gott verbietet uns nichts, er hat nur ein paar
Bitten geäußert. Sehr sinnvolle Bitten, aber eben keine Gebote.
Sünden sind aber Verstöße gegen göttliche Gebote. Vor allem
jedoch ist unser Gott nicht der Herr, sondern eher der Kumpel von
nebenan. Genau so wie wir, nur mit Schöpferkräften. Wir sind nicht
nur nicht mit einer angeblichen Erbsünde belastet geboren, wir
können sie nicht einmal erwerben. Wieso sollte da jemand für unsere
Sünden gekocht werden?

Für uns ist Pastafari, wer dem
Monster folgt und seinen Auftrag erfüllt, als Pirat gegen die
Erderwärmung zu kämpfen. Nudelsiebträger folgen dem Vorbild von
Niko Alm, einem, trotz aller auch von uns gewürdigten Verdienste,
falschem Vorbild. Deshalb nennen wir Nudelsiebträger Almisten.
😉

Aber he, wir sind Satiriker. Das wird euch nicht stören.
Vielleicht schmunzelt ihr sogar und letztlich seid ihr damit was Besonderes. Sicher schmunzelt ihr auch dann,  wenn wir
in Hinblick auf das Nudelsieb darauf verweisen, dass es sich für
Deutsche noch nie gelohnt hat, einem falschen Führer aus Österreich
zu folgen. 😉 Das hat doch Witz, oder?

Eins aber ist sicher:
Auch wenn wir eure Kopfbedeckung nicht teilen und nicht aufhören
werden, sie als falsch zu bezeichnen, ihr seid für uns immer unsere
Schwestern und Brüder und wenn wir euch helfen können, werden wir
das weiter so tun, wie wir es bisher getan haben.