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Das Wort zum Freitag -
Projektarbeit: Das Fliegende Spaghettimonster
Teil I
Alma Bleschke, EKG Barsbüttel

09.03.2017


 

 

Wie wir immer mehr feststellen, ist unser Monster aus dem Schulunterricht nicht mehr weg zu denken. Immer öfter bekomme ich Anfragen von Schülern und auch Lehrern, manchmal dann auch Rückmeldungen. Ganz besonders gefreut habe ich mich über die von Alma Bleschke. Sie und David Altenkamp von der 10a der EKG Barsbüttel haben da toll was hingelegt. Die Arbeit ist nicht nur gut, sondern auch so umfangreich, dass ich heute nur den ersten Teil veröffentliche. Der zweite kommt dann nächste Woche.

 

 

 

 

Projektarbeit Teil I von Alma Bleschke

 

  • 1.Was ist das?

  • 1.2. Warum gibt es dann diese Religion?

  • 2. Wie(so) alles begann

  • 3. FSM – Deutschland und Amerika im Vergleich

  • 3.1. Kirche des Fliegendem Spaghettimonsters in Deutschland

  • 4. Erfolge in verschiedenen Staaten

  • 5. Aktionen

  • 5.1. Wie sich die Kirchen finanzieren

  • 6. Weshalb Religionskritik berechtigt ist

  • 7. Schlussbetrachtung

 

 

Das Fliegende Spaghettimonster ist eine Religion’, würden deren Anhänger wahrscheinlich antworten, ‚eine Religion gleichberechtigt neben anderen Religionen’.

Denn sie haben eine Weltanschauung, deren Grundlage der Glaube an eine bestimmte überirdische, übernatürliche Kraft ist: das Fliegende Spaghettimonster.

Diese Kraft beruht: ,,auf intuitiver und individueller Erfahrung. Damit verbunden sein kann der Glaube an heilige Objekte.“ (www.wikipedia.org/wiki/Religion, 03.01.2017) Objekte sind hier bspw. Nudeln.

In den USA ist das Fliegende Spaghettimonster eine (anerkannte) Religion. In Deutschland ist es jedoch offiziell nur als gemeinnützig anerkannte Körperschaft zu bezeichnen.*

 

Die Pastafari, wie ihre Anhänger sich selbst nennen, sind im Eigentlichen wissenschaftlich orientierte Atheisten (**Atheist = griechisch=kein Gott: jemand, der nicht glaubt, dass es einen Gott gibt), die auf besondere Art und Weise eine Weltanschauung verbreiten wollen. Ihr Ziel ist die Förderung wissenschaftlicher Weltanschauungen. An dieser Stelle kann man sich fragen:

1.2. Warum gibt es dann überhaupt diese „Religion“?

Und wieso geben sich die Pastafari als feste Glaubensanhänger aus? Und...

Wenn sie die wissenschaftlichen Weltanschauungen fördern wollen, wieso verbreiten sie diese dann nicht einfach?

Mit Fakten und wissenschaftlich belegten Theorien und Argumenten versuchen Nichtgläubige, darunter auch Wissenschaftler, Gläubige zu überzeugen, ihre Religion kritisch zu betrachten und nicht einfach alles zu glauben, was ihnen die Vertreter ihrer Religion, ihrer Kirche und deren Schriften weißmachen wollen.

Die Pastafari wählen einen anderen Weg: Satire**. Die Religion des Fliegenden Spaghettimonsters an sich dient ihnen dabei als Instrument.

Sie kritisieren die anderen Religionen, ihre Rechte und ihre Theorien, ohne sie direkt anzugreifen.

 

Indem sie einfordern, dass ihre (satirisch-kritische) Religion auf eine Stufe mit anderen Religionen gestellt wird und dies auch in etlichen Rechtsstreiten für die Allgemeinheit versuchen durchzusetzen, bezwecken sie, die Absurdität von Glaubensvorstellungen aufzuzeigen. Die Inhalte ihrer „Religion“ werben für Offenheit.

 

 

Dafür unternahmen sie verschiedene Aktionen wie zum Beispiel ein Rechtsstreit, der dazu führte, dass die religiöse Kopfbedeckung der Pastafari auf dem Personalausweis getragen werden darf, oder jene Erlaubnis, dass das Schild der Ankündigung der ,,Nudelmesse“ am selben Pfahl wie auch die Gottesdienste der anderen Religionen hängen durfte.*

 

 

Sie gehen also mit Satire an das Thema heran weil die vielen wissenschaftlichen Studien mit Beweisen und logisch hergeleiteten Argumenten wenig bei denen bewirken, die standhafte Gläubige sind. Außerdem zeigen sie sich öffentlich zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten, um dort die nach ihrem Glauben ,,wahre“ Version der Weihnachtsgeschichte (bzw. WeinAchtsgeschichte) zu erzählen.

 

Die christliche Kirche ist aber auch so weit in unserer Kultur und unseren Köpfen verankert, dass sich auf dem anderen, nicht satirischen, Weg kaum etwas verändern lässt. Viele Deutsche - Atheisten sowie Gläubige - sind der Auffassung, dass man nichts gegen diese Religion sagen kann und zum Beispiel dagegen, dass es Religionsunterricht gibt, in dem die Religion so beschrieben wird, als wäre sie die Wahrheit (wie in den USA), weil Religion eben etwas ist, was nichts mit Konkretem zu tun hat, sie über dem Rest steht.

Die Pastafari versuchen den ihrer Meinung nach unberechtigten Respekt vor Religion abzubauen. Sie wollen zeigen, dass Religionen mit ihren Mythen und heiligen Schriften genauso seriös oder unseriös sind, wie die Religion des Fliegendes Spaghettimonsters.

 

 

2.Wie(-so) alles begann

 

Manche Menschen glauben extremer und manche weniger extrem.

Die von jedem Zweifel befreiten Gläubigen gehen sogar so weit, dass sie die Evolutionstheorie von Charles Darwin infrage stellen oder gar für falsch halten und stattdessen daran glauben, dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen hat. Diese Menschen werden Kreationisten genannt. In den USA ist eine starke Verbreitung des Kreationismus zu beobachten. Es gibt sogar ein Museum, das die Entstehung der Welt auf Grundlage der Bibel erklärt und dabei von Tatsachen spricht (Abb.4, Abb.5)

 

 

 

Außerdem wollen die Kreationisten die Schöpfungslehre in den Biologieunterricht einbinden, mit der Begründung, dass es nicht schaden kann, eine Theorie mehr zu lernen. Im Staat Kansas, USA, wurde dies am 08.11.2005 durchgesetzt. EIN DENKWÜRDIGER MOMENT, DENN...Als Protest hatte sich der Wissenschaftler Bobby Henderson etwas ausgedacht: Wenn man behaupten kann, dass das Christentum mit seiner Bibel auf wahren Tatsachen beruht, dann könnte man ja auch genauso gut ein Fliegendes Spaghettimonster für die Gottheit des Universums halten. Warum also nicht? Und so schrieb er in einem offenem Brief 2005 an die Schulbehörde in Kansas, ob man nicht auch die Theorie der Entstehung der Erde mit den Kräften des Fliegenden Spaghettimonsters in den Schulen lehren könne. Es würde ja nicht schaden, wenn die Kinder eine weitere, dritte Theorie lernen. Damit war der Grundstein für die Bewegung gelegt, sie entfachte viel Aufregung. Begeisterte Leser und Journalisten erschufen kreative Namen in der Presse, beispielsweise ,,The Cult of Oregano Orthodox“, ,,The Moomin Church of His Spaghettiness“ oder die ,,SPAM“ (The Spaghetti & Pulsar Activating Meatballs) und Wortspiel, deutsch: Die spaghetti- und pulsaraktivierenden Fleischbälle.  

 

 

3.FSM - Deutschland und Amerika im Vergleich

 

 

 

Der ,Flying-Spaghetti-Monsterism’, kurz ,FSMism’, entwickelte sich weiter und fand immer mehr Anhänger, bis er in Europa und Deutschland ankam.

Der Name FSM blieb derselbe. Es gibt jedoch markante Unterschiede zwischen dem amerikanischen FSM und dem deutschen. Zuallererst ist FSM in den USA als Religion anerkannt. Der Grund dafür ist, dass in den USA Kirche und Staat gesetzlich strikt getrennt sind. Deswegen ist die gesetzliche Hürde dafür, etwas als Religion zu bezeichnen, deutlich niedriger. Die sich selbst Religion nennende Bewegung ,,Scientology“ ist in den USA auch als Religion anerkannt, in Deutschland aber nur als Verein, für Viele ist es eine Sekte. Ein weiterer Unterschied ist, dass sich die deutsche Gemeinde größtenteils unabhängig weiterentwickelt und viele Eigenheiten der Religion selbst erfunden hat.

In Deutschland ist FSM inzwischen ein gemeinnütziger Verein. Laut den Aussagen Rüdiger Weidas, bzw. Bruder Spaghettus, Vereinsvorsitzendem FSM Uckermark, passt das Wort ,,Verein" nicht so recht mit der Bewegung zusammen. Die Pastafari so beschreibt er, sind Einzelkämpfer. Das soll bedeuten, dass eher Einzelne, Motivierte in Deutschland (und auch Europa) verstreut Aufstände machen, ihren eigenen Protest anbringen.  Trotzdem ist das Format ‚Verein’ vorteilhaft. Ein besonderer Vorteil erweist sich, wenn man beispielsweise Veranstaltungen organisiert. Passiert dort etwas, dann kann man nicht persönlich dafür belangt werden, das liefe über den Verein. 

 

3.1. Kirche des Fliegendem Spaghettimonsters in Deutschland

Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Deutschland hat sich, wie bereits erwähnt, recht unabhängig von der amerikanischen entwickelt. Somit haben ihre Anhänger ihre eigenen Interpretationen, aber eben auch Ausschmückungen und kleine Ideen mit einfließen lassen. Um einige Beispiele zu nennen: das ,,Wort zum Freitag“, Feiertage, Gottesdienstbestandteile und die meisten Lieder.

Diese Ausschmückungen scheinen auf den ersten Blick nicht sinnvoll, sind aber essentiell für die Parodie. Sie tragen dazu bei, die FSM so wie eine Religion aussehen zu lassen. Die Details, die dämlich bis lustig und damit provokant gewollt sind, sollen sehr deutlich zeigen, dass die ,,Ausschmückungen“ von z.B. dem Christentum gleich seriös, dämlich, legitim oder das Gegenteil davon sind. Manche Lieder, Gebete oder Gebote haben jedoch vorrangig einen anderen Zweck, beispielsweise das Glaubensbekenntnis, das Lied ,,Verkehrt“ und die 8 “Am Liebsten Wäre Mirs“. Hier werden Werte wie Toleranz, Offenheit und Gleichberechtigung vermittelt.

 

Ist es denn nun eine Religion?

 

Nein, denn: 

Es ist nur eine Parodie auf die anderen REligionen,  mit der sie wissenschaftliche
Weltanschauungen fördern wollen.

Ja, denn:

In ihrer Satire streben sie, mit der Religion eine Stufe gestellt zu werden, sprich:

offiziell so genannt zu werden, also eine zu sein

 

 

4. Erfolge in verschiedenen Staaten

 

Sie streben danach, sie sind es (noch) nicht. Wie nah sie der Gleichstellung mit den anderen Kirchen gekommen sind, ist in jedem Land unterschiedlich. Hier sind nur ein paar Beispiele von den wichtigsten Erfolgen der Pastafari.*

 

  • In den USA seit 2015 als eine Religion anerkannt.

  • In Deutschland ist sie seit 2006 als gemeinnütziger Verein ,, Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters e.V.“ eingetragen und seit 2011 als gemeinnützige Körperschaft  anerkannt.

  • In Polen wurde die Anerkennung 2012 angeleiert und 2013 (mit der Begründung, es sei keine Religion, sondern Religionskritik) abgelehnt. Die Sache wird nun vor Gericht verhandelt.

  • In Österreich wurde der Antrag auf Anerkennung 2015 beantragt und abgelehnt, mit der Begründung, es fehle die religiöse Lehre. Auch hier wurde ein Gerichtsverfahren eröffnet.

  • In Lettland geschah Ähnliches wie in Polen und Österreich am 19. Oktober 2016.

  • In den Niederlanden im Handelsregister eingetragen

  • In Russland seit Juli 2013 als Religion registriert. Dort kämpfen sie besonders für Rechte für Homosexuelle.**

  • Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters in Neuseeland ist rechtlich als Religion anerkannt. Auf der Welt wurde die erste rechtlich anerkannte Eheschließung von der Kirche des FSM am 16. April 2016 in Neuseeland durchgeführt (Abb.7).

 

5.Aktionen

 

Auf der Website ,,www.pastafari.eu“ und in sozialen Medien berichtet zum Beispiel Rüdiger Weida, auch bekannt als Bruder Spaghettus, von politischen Aktionen, die organisiert und umgesetzt wurden. Hier einige Auszüge: ,,(...)

  • 05.05.2011 Lesung an der HumboldtUni Berlin

„Geschlechterrollen und Geschlechterrealitäten der Pastafari“

http://fsm-uckermark.blogspot.com/2011/05/geschlechtervorstellungen-und.html

  • 4./5.06.2011 Teilnahme am Kirchentag in Dresden

incl. Nudelmesse in der Religionsfreien Zone (...)

  • 25.07.2011 Antrag auf Führerschein mit Piratentuch

http://fsm-uckermark.blogspot.com/2011/07/piratenfuhrerschein-der-antrages- wurde.html

  • 23.08.2011 Wir zahlen alle – Wie sich die Kirchen finanzieren

Ein Vortrag mit Dr. Carsten Frerk in Templin (siehe 3.2.)

  • 28.08.2011 Piratenführerschein erhalten (...)

22.09.2011 Teilnahme an AntiPapstDemo in Berlin:

 

 

  • (... )03.12.2011 Weihnachtsmarktaktion Lucia Weihnachtsmarkt

  • 03.12.2011  „Vrijdenker“,

  • Die Monatszeitschrift der niederländischen atheistisch-humanistischen

  • Vereinigung "De Vrije Gedachte" berichtet ausführlich über die KdFSM Deutschland.

  • Februar 2010 Nudeltaufe - die erste Taufe in Seinem Namen

  • Nimms - Leicht - Stuhl statt Beichtstuhl [Abb.10]



 

 

 

 

 

------> weiter zu Teil II



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Impressum: Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.

17268 Templin, Schulzenfelde 9. Vors. Rüdiger Weida eingetragen unter VR3831 NP gemeinnützige Körperschaft 062/142/02539
Inhaltlich verantwortlich: Rüdiger Weida, Schulzenfelde 9, D-17267 Templin


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