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Das Wort zum Freitag -
Projektarbeit: Das Fliegende Spaghettimonster
Teil III
David Altenkamp, EKG BarsbŁttel

16.03.2017


 

 

  • Bibelanalyse

  • Das Fliegende Spaghettimonster und seine Präsentation in Deutschland

  • Feiertage/Passtahfest

  • Blaudonnerstag

  • Garfreitag

  • Ramendan

  • Was bedeutet „Ramen“?

  • Pastat/Weinachten

  • Dokumentation/Fazit


     

    -------> Teil I



    Bibelanalyse

Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters von Bobby Henderson (auch bekannt als „die Spaghettibibel“) ist das offizielle Glaubensbuch der Pastafarianer. Es ist unterteilt in mehrere Abschnitte, wie z.B. „Evolution – was steckt dahinter?“ oder „Erklärung des Pastafarianismus: Die Heilige Nudel“. 

 

Der Autor Henderson veröffentlichte das Buch im Jahr 2006, nachdem er einen Satirebrief an das Kansas School Board schrieb, in welchem er die Unterrichtung der Theorie des Fliegenden Spaghettimonsters, kurz FSM, forderte. In seinem Buch zitiert er den ehemaligen amerikanischen Präsidenten George W. Bush und weist damit auf seine Grundeinstellung „Du glaubst an Gott, wir glauben an das Fliegende Spaghettimonster“ hin: „Bildung bedeutet auch, die Menschen mit unterschiedlichen Lehrmeinungen zu konfrontieren.“ (Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Henderson, 2006, S. 13) Er bezeichnet ihn hier satirisch als „heimlichen Pastafarianer“. 

 

Darauf folgen Erklärungen Hendersons zu alternativen Theorien. Er zeigt auf, dass sowohl die Schöpfungstheorie der Kreationisten, als auch die Evolutionstheorie beide unbewiesen sind und somit auch die gleiche Wertigkeit verdienen. Er stellt weiterhin Theorien zur Schwerkraft auf und gibt an, der festen Überzeugung zu sein, das Fliegende Spaghettimonster drücke einen mit seinen Nudeligen Anhängseln auf die Erdoberfläche: „Was, wenn Es uns in Wahrheit mit seinen Nudeligen Anhängseln auf die Erdoberfläche drückt?“ (Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Henderson, 2006, S. 16) 

 

Mir fällt auf, dass „Es“ auf Grund des Heiligtums und der Vergötterung des Fliegenden Spaghettimonsters, das in diesem Fall gemeint war, großgeschrieben wurde. Das gibt es durchaus auch in anderen Religionen, wie z.B. in der christlichen Bibel, in welcher es oft heißt „HERR“, womit in dem Fall der Gott der christlichen Glaubensrichtung gemeint ist. 

 

Nach einem offenen Brief von Ferris P. Longshanks, eines Mitglieds im Schulbeirat in Amerika, und einem kleinen Abschnitt über das Thema SuperScience, folgt: „Evolution – was steckt dahinter?“ (S. 34-50) Bevor der Autor auf das Thema „natürliche Auslese“ näher eingeht, schreibt er eine kurze Einleitung. Diese berichtet von Henderson selbst, der sich mit dem Thema Evolution auseinandersetzt und dass er zu dem Schluss gekommen ist, Evolution sei in keinster Weise dazu da, um das Leben friedvoller und befriedigender zu gestalten. Er drückt sich hier klar und deutlich aus und man merkt, welch starken Willen er besitzt, den Menschen auf der Welt seine Gedanken mitzuteilen. Außerdem schreibt er sehr grob, fast schon aggressiv: „Kann die Evolution mein Leben in irgendeiner Weise befriedigender gestalten? Stellt mir die Evolution das Essen auf den Tisch? Kann sie die Welt vor der globalen Erwärmung retten? Die Antwort ist stets ein entschiedenes Nein!“ (Das Evangelium des Fliegenden Spaghettimonsters, Henderson, 2006, S. 34) 

 

Auch auf den folgenden Seiten setzt er seine deutlichen Worte fort und widerlegt die Erklärungen von Wissenschaftlern zur Entstehung des Schnabeltiers. Er fragt sich zuerst, wie es denn sein kann, dass das Schnabeltier das einzige Säugetier mit so einem Schnabel ist und kommt zu dem Schluss, das Schnabeltier wurde vom FSM erschaffen, weil dieses, im Gegensatz zu Wissenschaftlern, einen ausgeprägten Sinn für Humor besitzt. Außerdem meint er, die meisten Wissenschaftler seien Perverse und belegt seine Theorie durch den Umstand, dass die Bakterienart „Staphylokokken“ im Englischen in etwa sowas wie „Powerpenis“ bedeutet. In echt leitet sich das Wort aus dem Altgriechischen ab und bedeutet in etwa sowas wie „Weintraubenkern“. Ich denke hier liegt eine bewusste Fehlinterpretation Hendersons des Wortes vor und er bezieht sich auf das englisch-umgangssprachliche Wort „cock“, was unter anderem so viel bedeutet wie „Schwanz“. 

 

Es ist zu sagen, dass das Buch bis zu diesem Zeitpunkt hauptsächlich auf Widerlegungen Bobby Hendersons von verschiedenen Theorien ausgelegt ist, bzw. auf das Näherbringen der Glaubensrichtung des FSM. Ich persönlich finde das Buch bisher sehr unterhaltsam. 

 

Der nächste Abschnitt, der noch zum Thema Evolution gehört, handelt vom Menschen und seinen Vorfahren. Und wieder beginnt die Henderson-typische Widerlegung von Theorien. Diesmal besagen diese, der Mensch und der Schimpanse hätten vor mehreren Jahrmillionen einen gemeinsamen Vorfahren gehabt. Er führt das Argument der Wissenschaftler an, dass diese behaupten, es könne gar nicht anders sein, da die DNA der Menschen zu 95% mit jener der Schimpansen übereinstimmt. Dennoch kann diese Argumentation Henderson scheinbar nicht überzeugen, denn er schreibt: „Dabei stimmt unsere DNA zu 99,9% mit jener der Piraten überein. Ich frage Sie: Wer ist als Vorfahre plausibler? Und sind nicht die Piraten das Auserwählte Volk des FSMs?“ (Das Evangelium des FSM, S. 40) Zu seinem Text kann man ein Bild sehen, welches einen Piraten und einen Menschen zeigt. Zwischen ihnen sind Pfeile zu sehen, die in Richtung des Menschen zeigen. Das Bild soll nicht mehr tun, als die Abstammung des Menschen vom Piraten noch einmal zu verdeutlichen. Im Folgenden werden verschiedene menschliche Körperteile beleuchtet und so die Theorie der Abstammung des Piraten nochmals verstärkt und veranschaulicht. Hierbei kommt Henderson auf Ideen, dass die Männliche Brustwarze früher als „tragbare Wetterstation“ genutzt wurden und die Piraten anhand der Härte ihrer „Nippel“ die äußere Kälte bestimmen konnten. Diese Analyse soll als kleiner Vorgeschmack dienen, aber nicht zu viel vorwegnehmen. 

 

Daher habe ich beschlossen, mich nun anderen Themen zu widmen und die Bibelanalyse so stehen zu lassen. Dazu ist zu sagen, dass ich das Buch von Bobby Henderson sehr empfehlen kann und es seine knapp acht Euro allemal wert ist.

 

 

Das Fliegende Spaghettimonster und seine Präsentation in Deutschland

Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland hat durch Bobby Henderson und Rüdiger Weida eine eigene Website bekommen. Ich habe mich gefragt, wie diese Satirereligion es schafft, anerkannt zu werden und sich in der Gesellschaft zu etablieren. Ein wichtiger Punkt ist hier die Präsentation, die man wohl am besten auf www.pastafari.eu verfolgen kann:

 

Auf der Website entdeckt man zuerst einmal zehn Überschriften (von „Nudliges“ bis „CD“), die man sich einzeln genauer anschauen kann. Um kurz auf die Aufmachung einzugehen, diese ist sehr schlicht gehalten, ein wenig verschnörkelte Schrift, welche aber gut lesbar bleibt. Darüber findet man ein kleines Bild, das das Fliegende Spaghettimonster zeigt. Will man sich nun ein wenig genauer informieren, klickt man auf die einzelnen Punkte: Bei „Nudliges“ findet man das Monsterunser, das auf dem christlichen Vaterunser aufbaut, das Glaubensbekenntnis und verschiedene Erklärungen zur Religion des Fliegenden Spaghettimonsters im Allgemeinen. Außerdem ist ein Abschnitt über die religiöse Kopfbedeckung und obwohl viele Menschen denken, die religiöse Kopfbedeckung der Pastafarianer sei ein Nudelsieb, wird hier erklärt, dass dem nicht so ist. Es gab einmal einen österreichischen Pastafari namens Niko Alm, der sich auf seinem Führerschein mit einem Nudelsieb als Kopfbedeckung fotografieren lassen hat. Er gab an, seine Religion schreibe ihm vor, so eine Kopfbedeckung zu tragen und erreichte, dass die einst in Brandenburg gegründete Religion viel populärer wurde. Auch auf der Webseite findet Niko Alm unter genannten Punkten seine Erwähnung. Die eigentliche Kopfbedeckung der Pastafari ist also kein Nudelsieb, sondern lediglich ein Piratentuch oder eine Kappe, um sich wie ein Pirat zu kleiden.

 

Feiertage/Passtahfest

Sogar eigene Feiertage hat das Fliegende Spaghettimonster. Eins der Wichtigsten ist eindeutig das sog. „Passtahfest“. Dieses Fest wird zur Zeit um Ostern gefeiert und hält mehrere Tage an.

Das „Passtahfest“ lehnt sich an das jüdische „Passahfest“ an, das ebenfalls um Ostern herum gefeiert wird.

 

Blaudonnerstag

Der erste Tag dieses Fests wird Blaudonnerstag genannt. Hierbei gedenken die Pastafari den Piraten, die vor langer Zeit im Kampf für das Pastafaritum auf hoher See ihr Leben lassen mussten. Auf Grund dieser Umstände gibt es den Brauch, dass an diesem Tag nur Lebensmittel eingenommen werden, die „ihm das blaue Meer schenkt.“ (http://www.pastafari.eu/index.php?kategorie=12&sub=feiertage) Hiermit ist hauptsächlich der Verzehr von Fisch gemeint, aber diejenigen, die keinen Fisch mögen oder essen, dürfen stattdessen andere blaue Getränke zu sich nehmen. Weitere Bräuche sind: Das Werfen einer Fischgräte ins Feuer. Dies tat man früher im Aberglauben, dadurch vor Krankheiten geschützt zu werden. Auch kann man Gerstensaft trinken, was das Meer durch das Nehmen der Schaumkronen und somit folgender Beruhigung symbolisch entspannt.

Der „Blaudonnerstag“ parodiert den „Gründonnerstag“ des christlichen Glaubens, der dem „Karfreitag“ vorangeht.

 

Garfreitag

Auf den Blaudonnerstag des Passtahfests folgt nun der „Garfreitag“. Diesen feiert man auf Grund der Annahme, dass an diesem Tage erstmals eine Nudel richtig gegart wurde. Am Abend werden Freunde eingeladen, man isst gemeinsam und macht Musik, tanzt und feiert. Das Passtahfest findet dann mit dem „Passtahsonntag“ seinen Abschluss. Hier wurden früher von den Piraten kleine Schätze versteckt, die von den Piratenkindern gefunden werden sollten. Der Brauch des christlichen Osterfests, für die Kinder Süßigkeiten zu verstecken und ihnen zu erzählen, der Osterhase wäre das gewesen, wird damit erklärt, dass die Piraten später so verarmt sind, dass sie sich keine Schätze mehr für die armen Piratenkinder leisten konnten. In ihrer Scham sollen sie die Osterhasengeschichte erfunden haben.

Der „Garfreitag“ ist an den christlichen Feiertag „Karfreitag“ angelehnt.

 

Ramendan

Das Ramendan-Fest ist eine Anspielung auf das islamische Fest des Fastens „Ramadan“, doch bei den Pastafarianern wird nicht gefastet, sondern in Gedenken an die Studiumszeit, bei der oft das nötige Kleingeld fehlte, um sich versorgen zu können und oft auf Instant-Nudelprodukte, die gar nicht richtig satt machten, zurückgegriffen werden musste, werden Instant Nudeln verzehrt. Das aber nur zwei bis drei Tage im Monat, damit keine gesundheitlichen Schäden vom Konsumenten davongetragen werden.

 

 

Was bedeutet „Ramen“?

Sowohl Ramendan, als auch das Glaubensbekenntnis und das Monsterunser der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland beinhalten das Wort „Ramen“. Ramendan ist sogar danach benannt, aber was soll das eigentlich bedeuten? Hat das überhaupt etwas mit Nudeln zu tun? Ja, hat es, denn Ramen sind eine eigene Art japanischer Nudeln, die für die Japaner wohl wie Fastfood für die Amerikaner und Europäer sind. In Japan gibt es sehr viele Stehimbisse, die sich auf eine Ramen-Nudelsuppe spezialisiert haben, aber auch normale Restaurants, die Ramen anbieten. Die Ramen-Nudelsuppe ist in Japan eines der bekanntesten und beliebtesten Nudelgerichte, sowohl, wenn es mal schnell gehen soll, als auch bei einem gemütlichen Abend im Restaurant.

 

Pastat/Weinachten

Im Winter waren früher die Piraten gezwungen, Nudeln selbst herzustellen, um sich versorgen zu können. Es wurde kalt, windig, oft fiel Schnee. Das führte dazu, dass sich die Piraten nicht mehr mit Lebensmitteln aus dem Meer (Fischen etc.) versorgen konnten. Und da es zu der Zeit der Piraten noch keine Supermärkte gab, in welchem man sich für den Dezember mit Nudelvorräten eindecken konnte, mussten die Piratenweiber schließlich ihre eigenen Nudeln herstellen. Der Dezember wird von den Pastafarianern, auf Grund der fleißigen Nudelproduktion, „Fröhliche Nudelzeit“ genannt. Nebenbei trifft man während der Fröhlichen Nudelzeit Vorbereitungen für das Nudlige Lichterfest, wie ganz viele Kekse zu backen, damit man auch reichlich Gebäck genießen kann. Auch der Adventskranz findet mit dem bunten Lichterkranz seinen satirischen Vergleich. Jeder Pastafari zündet jeden Freitag im Dezember eine Kerze von diesem an, damit er weiß, wann das Nudlige Lichterfest gefeiert werden kann. Im Christentum wird jeden Sonntag eine Kerze angezündet, um die Adventstage zu feiern. Doch Weinachten gibt es so im Pastafaritum zu heutiger Zeit nicht mehr, dieses wird jetzt Nudliges Lichterfest genannt.

 

 

 

Dokumentation/Fazit

Da Alma und ich beide nach den Sommerferien neu auf die Schule gekommen sind, bot es sich an, die Projektarbeit gemeinsam zu erledigen. Herr Kelting sprach uns diesbezüglich am Anfang des Schuljahres an und lieferte uns mit der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters direkt einen Themenverschlag, den wir beide in Ordnung fanden. Ich hatte von dieser Organisation vorher aber keine große Ahnung, vielleicht hatte ich von ihr gehört. Während der Ethikwoche ließ uns Herr Kelting zwei Tage vom Unterricht freistellen, um die Projektarbeit zu starten. In dieser Zeit fingen Alma und ich an, uns einzulesen und uns erste Gedanken zu machen. Wir haben uns in der Zeit danach regelmäßig abgesprochen, um Themen einzuteilen oder zu erfragen, wie weit der Andere mit seinen Themen ist. Grundsätzlich haben wir aber zu Hause gearbeitet, jeder einzeln. Außerdem hat mir die Projektarbeit am Anfang noch Spaß gemacht, aber gegen Ende ist mir klar geworden, dass ich mehr Struktur und Linearität brauche, als bei einer solchen Projektarbeit gegeben. So fühlt es sich an, als käme ein unglaublich großer Berg auf einen zu, den man nicht abwenden könnte. Wahrscheinlich liegen mir solche Projektarbeiten generell nicht, auch wenn ich das Thema in manchen Aspekten sehr ansprechend fand, manche hingegen haben mein Interesse nicht wecken können, bzw. sie waren anstrengend zu bearbeiten, wie z.B. Teile der Bibel, weshalb ich mich auch dazu entschlossen habe, nicht das ganze Buch zu analysieren, wobei das mit Sicherheit schon um die 20 Seiten umfasst hätte.

 


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Impressum: Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Deutschland e.V.

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Inhaltlich verantwortlich: Rüdiger Weida, Schulzenfelde 9, D-17267 Templin


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